Wir machen die Luft zu unserem Maßstab
Unsere Kraftwerke sind flächendeckend mit Rauchgasreinigungsanlagen ausgerüstet. Damit leistet E.ON Kraftwerke einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen. Die Rauchgasreinigung zielt vor allem auf eine Minimierung der Emissionen von Schwefeldioxid (SO2), Stickoxiden (NOx) und Rußpartikeln ab.
Nicht erst seit gestern
Bereits in den 70er Jahren begann E.ON Kraftwerke, Verfahren zur Reinigung von Rauchgas zu entwickeln. 1975 war es so weit. Im Kohlekraftwerk Wilhelmshaven, konnten wir die erste Rauchgasreinigungsanlage installieren. Dies war eine Premiere für Deutschland und eine echte verfahrenstechnische Innovation. Die Technik wird kontinuierlich verfeinert. So haben Schadstoffe bei E.ON Kraftwerke heute kaum eine Chance, in die Umwelt zu entweichen.
So funktioniert die Rauchgasreinigung:
In drei Stufen wird Rauchgas in Reinigungsanlagen entstickt, entstaubt und entschwefelt.
1. Bei der Entstickung unterscheidet man zwischen Primär- und Sekundärverfahren. Durch den Einsatz spezieller Brenner am Dampferzeuger wird zunächst erreicht, dass nur geringe Mengen Stickoxide entstehen (Primärverfahren).Die Sekundärmaßnahmen werden entsprechend nach der Verbrennung in Steinkohlekraftwerken eingesetzt. Dabei ist das so genannte SCR-Verfahren (selektive katalytische Reduktion) am weitesten verbreitet. Durch Zugabe eines Reduktionsmittels (z.B. Ammoniak) werden unter Einwirkung eines Katalysators die Stickoxide zu reinem Stickstoff, wie er in der Luft vorkommt, und Wasser umgesetzt. Bei vielen modernen Kraftwerken ist die SCR-Anlage als erste Reinigungsstufe eingesetzt und erreicht NOX-Abscheidegrade von 95 Prozent.
2. Anschließend erfolgt in der Regel die Entstaubung über einen Elektrofilter. Eine Sprühelektrode polarisiert die Staubpartikel hierfür negativ. Beim Durchströmen eines elektrischen Feldes werden die Teilchen von einer positiv geladenen Niederschlagselektrode angezogen und so aus dem Rauchgas entfernt. Mit diesem Verfahren erreicht man einen Abscheidegrad von über 99 Prozent der Stäube unterschiedlicher Größe. Gemeinsam mit der Restasche aus dem Dampferzeuger wird diese Flugasche als Betonzusatz oder im Straßenbau genutzt.
3. Als letzte Reinigungsstufe folgt die Rauchgasentschwefelungsanlage (REA). Heute können wir einen Grad der Entschwefelung von mehr als 95 Prozent erzielen. Hierfür werden die Rauchgase mit einer wässrigen Kalklösung besprüht. Dabei entsteht Gips, der nahezu vollständig weiter verwertet werden kann.