Neues Steinkohlekraftwerk im niederländischen Rotterdam (Maasvlakte)
Gesellschaft
Die E.ON Benelux wurde 2000 durch den Erwerb einer örtlichen staatlichen Energiegesellschaft gegründet. Dieser Kauf beinhaltete fünf gas- und zwei kohlebetriebenen Anlagen in dem Gebiet Rotterdam/Den Haag. Die Gesamtkapazität der Anlagen beträgt 1.052 Megawatt (MW). 2005 übernahm E.ON Benelux ein weiteres Unternehmen mit 250.000 Verbrauchern in der Region Eindhoven.
Strommarkt
Der niederländische Elektrizitätsmarkt hat zwei wichtige Charakteristika: Circa 70 Prozent der erzeugten Energie stammen aus gasbetriebenen Kraftwerken und rund 25 Prozent des Gesamtverbrauchs wird importiert. 2005 macht der offizielle Energiereport deutlich, dass dringend neue Kapazitäten erforderlich sind und der Brennstoff Kohle als ernsthafte Möglichkeit in Erwägung gezogen werden muss. Zwischen 2005 und 2007 veröffentlichten fünf Energieunternehmen Pläne für Steinkohlekraftwerke, von denen E.ON das erste war.
Region
Maasvlakte ist ein großes Industriegebiet und Teil des Rotterdamer Hafens. Es liegt nahe der Nordsee, was hinsichtlich der Kühlwasserversorgung des Kraftwerks große Vorteile mit sich bringt. Aufgrund der idealen Lage ist kein Kühlturm erforderlich und die Leistung der Anlagen ist circa 0,5 Prozent höher als die von Kraftwerken im Binnenland. Dank des tiefen Wassers haben große Seeschiffe Zugang zu dem Kohleterminal neben dem Standort. Diese Charakteristika machen Maasvlakte weltweit zu einem bevorzugten Standort für kohlebetriebene Kraftwerke.
Kraftwerk
Das neue Steinkohlekraftwerk ist unter dem Namen Maasvlakte Power Plant 3 (MPP3) bekannt. Die neue Anlage hat eine Bruttokapazität von 1.100 MW, was mit sieben Prozent des Stromverbrauchs in den Niederlanden vergleichbar ist. Das Budget beläuft sich auf 1,2 Milliarden Euro. Mit dem Bau wurde Anfang 2008 begonnen. Die Anlage wird in der ersten Hälfte des Jahres 2012 betriebsbereit sein. Wie auch bei den bereits bestehenden Anlagen, besteht die Möglichkeit, in MPP3 Biomasse zu verbrennen. Zudem ist das Kraftwerk derart ausgestattet, dass es Wärme an die Industrie- und Wohngebiete in der Gegend liefern kann. Ein besonderes Merkmal ist die "Auffangbereitschaft" von MPP3. Das bedeutet, dass Maßnahmen getroffen wurden, um eine Anlage für das Auffangen von CO2 auszustatten.