Das Projekt "Kraftwerk 50plus" in Wilhelmshaven
Eine neue Dimension für die Umwandlung von Kohle in Strom
Das "Kraftwerk 50plus" ist das weltweit erste Kohlekraftwerk mit einem Nettowirkungsgrad von über 50 Prozent. Es soll im Jahre 2014 in Wilhelmshaven in Betrieb gehen.
Rund eine Milliarde Euro an Investitionen, intensive vorbereitende Forschung seit 1998, vier Jahre Bauzeit - das 550 Megawatt Steinkohlekraftwerk in Wilhelmshaven ist das Leuchtturmprojekt der E.ON-Technologie-Initiative "innovate.one" und wird demnach Vorreiter für eine neue Art der Kohleverstromung.
Mit einem Wirkungsgrad von über 50 Prozent setzt das Kraftwerk neue Maßstäbe bei der Einsparung von Brennstoffen und bei der Verringerung von CO2-Emissionen. Derzeit liegt der durchschnittliche Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken europaweit bei 36 Prozent. Im Vergleich dazu wird die Anlage in Wilhelmshaven rund 30 Prozent weniger CO2 abgeben.
Eine derartige Steigerung des Wirkungsgrads erfordert die Entwicklung neuer Werkstoffe - ein innovativer Schritt in der Kraftwerkstechnik. Einzelne Bauteile aus den neuen Werkstoffen, die auf Nickel basieren, hat E.ON bereits erfolgreich in der Testanlage COMTES700 im Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen getestet. Bis sie in einer Großanlage eingesetzt werden können, sind noch weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten nötig.
Der Küstenstandort Wilhelmshaven ist für eine derartige Anlage besonders gut geeignet. Die nötigen Kühlwassermengen können jederzeit der Nordsee entnommen werden. Sie sind ganzjährig bei niedriger Temperatur verfügbar, wodurch der Wirkungsgrad positiv beeinflusst wird. Ein Kühlturm ist nicht erforderlich. Zudem ist es großen Seeschiffen möglich, die Importkohle direkt anliefern, was eine Kostenersparnis bedeutet.
Die Vorplanungen werden bis Ende 2008 abgeschlossen sein. Anschließend fällt der endgültige Baubeschluss der Anlage. Beschaffungsvorgänge und weitere Genehmigungsprozeduren werden die Arbeiten im Jahr 2009 bestimmen. Ende 2009 laufen die Bauaktivitäten an. Die Inbetriebnahme des Kraftwerks der Zukunft wird schon ab 2014 - vorerst als Testbetrieb - den Startschuss für eine neue Dimension der Umwandlung von Kohle in Strom setzen.